Türkei Teil 3

31.03. und 01.04. Kappadokien
Den Einstieg haben wir mit der Peristrema Schlucht gemacht, wunderbare Natur, Ruhe pur, man folgt einem verträumten Wasserlauf und links und rechts vom Weg immer wieder byzantinische Höhlenkirchen mit teils noch erhaltenen Deckenmalereien. Die Einheimischen nutzen diese Idylle nicht zum Wandern sondern zum Picknick. Wunderschön, mit Mann und Maus geht's los und es wird gegrillt, gegessen, die Kinder toben und alle haben Spaß.
Je weiter man nach Kappadokien vordringt, desto sagenhafter werden die Gesteinsformationen und desto häufiger werden die Höhlenwohnungen. Ganze Städte entstanden um die alten Höhlen. 
Der absolute Knaller ist Göreme. Nichts ahnend haben wir unsere Autos auf einen großen Parkplatz abgestellt, plötzlich, noch mitten in der Nacht ging ein riesen Remidemi los, unsere Nachbarn wurden verscheucht, sie mussten umparken, es war immerhin schon 5.30 Uhr. Und da waren sie auch schon, wir wurden umzingelt von 7 oder 8 Ballons. Ein wildes Treiben war das, denn vor Sonnenaufgang müssen die ersten Ballons abheben. Es steigen hunderte Ballons um den Ort verteilt auf, jede freie, ebene Fläche wird dazu verwendet. Ein buntes wunderschönes Bild.
Hermann hat mich als geerdeten Menschen zur Ballonfahrt überredet, ich finde, es sollte sich an diesem Ort jeder dazu überreden lassen. Diese Formen, diese Farben und je höher die Sonne steigt, so verändert sich natürlich Licht und Schatten, ein Schauspiel der Natur mit außergewöhnlicher Kulisse.

02.04. und 03.04. Der Weg zum Nemrut Dagi. 2150 m Höhe und das für eine Grabstätte, das sind schon ganz schön mächtige Dimensionen, und weil's noch nicht ausreichend war, hat der Antiochos, für den war diese Grabstätte, den Berg auch noch um 50 m aufschütten lassen. 
Eingesäumt mit Göttern aller Art, leider nicht mehr ganz so gut in Form, stehen teilweise Rumpf und Kopf separat auf zwei Terrassen verteilt.

04.04. wir sind am Atatürk Stausee und können heute am Eufrat nächtigen.
05.04. unser erster Basar in Sanliurfa. Wir sind jetzt nur noch 50 km von der syrischen Grenze entfernt, Abrahams Geburtsstadt, die Grotte und Abrahams Fischteich haben wir besucht, ein Heiligtum für die Moslems, der Andrang war entsprechend groß. Der Basar, so wie man sich das vorstellt mit verwinkelten Gassen, so  daß man acht geben muss, die Orientierung nicht zu verlieren. Kitsch und Kunst, Schmuck, und lecker Essen, Super-Orienthosen für den Herren, alles wird feilgeboten. Glitzerstoffe für die Damen, die das auch tatsächlich tragen. Anders, aber wunderschön, wie 1001 Nacht.

06.04. Diyabakir. Der große Unterschied zwischen Arm und Reich sticht hier sofort ins Auge. Fährt man in die Stadt sind erst mal moderne Büro- und Wohngebäude am Wegesrand, aber kommt man zur alten Stadtmauer bekommt man die Behausungen der Ärmsten sehen. Alles ist verfallen, zwischen diesen Ruinen leben die Leute, spielen die Kinder Fussball und sind die Kinder bei diesen kühlen Temperaturen in einem alten Swimmingpool beim Baden. Es ist wohl der einzige Spass, der ihnen hier geboten wird.
Diyabakir hat einen sehenswerten Basar, alles wohl geordnet nach Warengruppen und Zünften, d. h. man findet in einer Gasse einen Schmied oder Schlosser nach dem anderen, in der nächsten Gasse sind nur Schuhe, noch eins weiter sind Anzüge und Klamotten jeglicher Machart.
Super Klasse ist die Karawanserei mitten in der Innenstadt, wunderschöne Cafés auf zwei Etagen, die variable Überdachung aus Segeltuch noch voll erhalten, rundherum schöne Läden mit Souvenirs.
07.04. Der Weg über den Van See Richtung Norden.
Der Van See war dunstig und milchig, es war kalt, wir haben uns nur mit dem Nötigsten in Tatvan versorgt und sind dann über die Berge bis auf eine Höhe von 2200 m unterwegs gewesen. Das tolle war eigentlich unser Übernachtungsplatz. Der BayerMAN stand noch gar nicht richtig, da waren die erste drei Männer aus der nahe gelegenen Ortschaft schon da. Der Hermann wollte erstmal unsere tägliche Positionsmeldung heim schicken und eine an unsere Mitfahrer, da wurde er schon von diesen Männern belagert. Viele kamen hinterher, es wurde viel geredet und gelacht, aber es wurde wenig wirklich verstanden. Es kamen immer wieder neue Leute dazu; wir wurden gleich von zwei Familien zum Tee eingeladen. 
Uns wurde der Stolz der kurdischen Bevölkerung vermittelt, immer und immer wieder hat uns der Patron erklärt, wie sein Volk zerteilt ist. Die Familien sind sehr herzlich und natürlich sehr traditionell. Wir waren heute zu fünft an diesem Platz  und ich glaube es war für uns alle eine besondere Begegnung.
08.04. Wir haben uns weiterbewegt Richtung Osten nach Dogubayazit. Wir haben den weiten Weg für den Ishak Pasa Sarayi, einen Palast vom Allerfeinsten auf uns genommen. Barocke Arbeiten in Sandstein und das in dieser Gegend, das hätten wir nicht erwartet. Die gesamte Anlage beinhaltet eine Moschee, Räume für die Haremsdamen, incl. Hamam, sowie Gärten, die die Haremsräume umschlossen haben (leider nicht restauriert und begehbar), sowie Küche, Kerker, alles was ein Palast eben braucht. 
09.04. Böse Überraschung am Morgen. Unser Übernachtungsplatz war heute auf
2100 m Höhe, schon am Abend zogen dunkle Wolken auf und der Wind war ganz schön kräftig. Die dunklen Wolken hatten Schnee dabei und heute früh waren wir eingeschneit....igitt. Gott sei Dank hat uns der BayerMAN da wieder heil heraus gebracht.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0